HDTV-Glossar
HDCP, DivX, AACS… Man wird regelrecht von Abkürzungen und Fachbegriffen überhäuft, wenn man sich mit dem Thema HDTV beschäftigt. Die wichtigsten Begriff sind hier kurz erklärt.
1080i
1080i steht für 1080 Bildzeilen im Interlaced-Verfahren. Interlaced wiederum bedeutet, dass die Bildzeilen im Zeilensprungverfahren dargestellt werden. Damit ist es möglich, viel mehr Zeilen als mit herkömmlichen Verfahren wiederzugeben. Ein Nachteil von 1080i ist ein leichtes Zittern des Bildes – das ist aber halb so schlimm: Da nämlich das PAL-Verfahren auch so ähnlich funktioniert, konnte sich der Fernsehzuschauer seit 40 Jahren daran gewöhnen und nimmt diese Unregelmäßigkeit kaum noch war.
1080p
1080p ist ein Modus der Darstellung von HD-TV und bedeutet, dass 1080 vertikale Bildzeilen im so genannten progressive scan-Verfahren auf dem Bildschirm dargestellt werden. Dieses Verfahren ist die Weiterentwicklung der Interlaced-Technologie und wird von einigen Herstellern deshalb auch als die beste Möglichkeit, HD zu sehen, angepriesen.
AACS
AACS (Advanced Access Content System) ist ein Kopierschutz, der die Daten auf HD-DVDs und Blu-ray-Discs mit 128 Bit verschlüsselt. Der zugehörige Schlüssel wird vom Abspielgerät aus seinem eigenen Device Key Block und einem der auf dem Medium vorhandenen Media Key Blöcke ermittelt. Bei der Blu-ray Disc kommen als weitere Schutzmaßnahmen zusätzlich zum AACS-Kopierschutz noch das System BD+ sowie ein Wasserzeichen (ROM-Mark) auf der Disc zum Einsatz. BD+ analysiert während der Wiedergabe den Datenstrom auf Manipulationen und bricht in einem solchen Fall die Wiedergabe ab.
Audio-Codecs codieren bzw. decodieren digitale Tonsignale. Zu den Audio-Codecs gehören Dolby Digital und DTS sowie die moderneren Codecs Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD und DTS HD.
Bei der Blu-ray Disc sind Dolby Digital, DTS und PCM (mit Unterstützung von bis zu 7.1-Sound) vorgeschriebene Audio-Codecs. Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD sowie DTS HD High Resolution Audio mit einer Bitrate von maximal 6 Mbps und DTS HD Master Audio mit maximal 24,5 Mbps sind lediglich optional.
Bei der HD-DVD sind Dolby Digital, Dolby Digital Plus, DTS, PCM und MPEG Stereo vorgeschriebene Audio-Codecs. Dolby True HD ist auch vorgeschrieben, kann vom HD-DVD-Player aber auch mit nur zwei Kanälen ausgegeben werden.
BD-R
Mit BD-R (R steht für recordable) werden einmalig beschreibbare Blu-ray-Discs bezeichnet. Eine BD-R kann bis zu 50 GB an Daten speichern.
BD-RE
BD-RE (RE steht für rewritable) ist die Bezeichnung für wieder beschreibbare Blu-ray-Discs. Sie fassen ebenfalls bis zu 50 Gigabyte, können mindestens 1000 Mal beschrieben werden und bieten im Vergleich zu wiederbeschreibbaren DVDs ungleich höhere Datensicherheit.
BD-Java
Beide Homevideo-Systeme der nächsten Generation verwenden ein gegenüber der DVD verändertes System zur Darstellung von Menüs und anderen Funktionen. Bei der Blu-ray Disc wird dies durch BD-Java erreicht, einer speziellen Software, die als Virtual Machine auf dem Blu-ray Disc Player läuft.
Blu-ray Disc
Ein möglicher Nachfolger der DVD. Blu-ray Discs (der Name leitet sich vom verwendetet blauen Laser ab) bestehen aus bis sechs Lagen von denen eine bis zu 33 Gigabyte Daten speichern kann. Im Handel sind zur Zeit aber meistens Blu-ray Discs mit einer Speicherkapazität von 54 GB erhältlich.
Codecs
Ein Codec ist ein Verfahren oder ein Programm, das Daten oder Signale digital codiert bzw. decodiert. Es gibt Audio- und Video-Codecs.
DiVX
DivX ist ein Verfahren zum Komprimieren von Videos. Filme können mit DiVX um den Faktor 12 verkleinert werden. So ist es problemlos möglich, Videos auch auf eine normale CD zu brennen. Um DiVX-Filme auch auf dem PC abspielen zu können, benötigt man ein Codec. Inzwischen verfügt die neueste Generation der DVD-Player über die Technik, mit DiVX komprimierte Filme auch auf dem Fernseher anschauen zu können.
Dolby Digital
Dolby Digital ist ein von der Firma Dolby hergestelltes Mehrkanaltonsystem, das mit bis zu sechs verschiedenen Kanälen arbeitet.
Dolby Digital Plus
Der Audio-Codec Dolby Digital Plus (DD+) ist eine verbesserte Variante von Dolby Digital mit einer Bitrate von bis zu 6 Mbps und wurde speziell für HD-DVD und Blu-Ray-Disc entwickelt. Dolby Digital Plus unterstützt bis zu 13.1 Kanäle.
Dolby True HD
Dolby TrueHD ist ein Audio-Codec speziell für HD-TV und basiert auf dem Meridian Lossless Packaging, einem verlustfreien Kompressionsformat, welches bereits der Standard hinter DVD-Audio (24 Bit/96 kHz-Sampling) ist. Mit Dolby TrueHD sind Bitraten von maximal 18 Mbps möglich.
DTS ist ein Mehrkanaltonsystem mit bis zu sechs diskreten Kanälen. Es wird von der der Firma Digital Theater Systems hergestellt und als Konkurrenzprodukt zu Dolby Digital auf dem Markt platziert. Die Bitrate von DTS-Tonspuren auf Video-DVDs liegt entweder bei 754,5 kbps oder bei 1509,25 kbps.
DTS-HD
DTS HD ist ein Audio-Codec, der speziell für HD-TV und HD-DVDs entwickelt wurde. DTS-HD unterstützt Datenraten mit zu 6Mbit/s und ist mit DTS abwärtskompatibel. DTS-HD Ton kann analog über alle gängigen Ausgänge ausgegeben werden.
DVB-T
DVD-T steht für Digital Video Broadcasting Terrestrial, ist eine Variante des DVB und wird in verschiedenen europäischen Staaten und Australien zur Übertragung digitaler Fernseh- und Radiosignale per Antenne verwendet.
DVD:
(Digital Video Disc, Digital Versatile Disc) – ein zu den optischen Datenspeichern gehörendes digitales Speichermedium. Handelsübliche DVDs verfügen über eine Speicherkapazität von 4,7 GB.
DVD Forum :
Das DVD Forum ist eine 1995 gegründete freiwillige Vereinigung von inzwischen mehr als 230 Firmen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Industriestandards für die Unterhaltungs- und die IT-Industrie in Hinsicht auf die DVD abzustimmen. Der Sitz des DVD Forum ist Tokio.
DVD-R
DVD-R und DVD+R bezeichnen eine einmalig beschreibbare DVD mit einem Speichervermögen von bis zu 4,8 GB.
DVD-RW
Die DVD-RW (RW steht für rewritable) ist eine beliebig oft wiederbespielbare Variante der DVD.
DVI
Das Digital Video Interface ist eine Schnittstelle zur Übertragung von Videodaten und wird hauptsächlich bei Computern verwendet um eine optimale Verbindung zwischen TFT-Bildschirm und Grafikkarte herzustellen.
Full-HD (etwa: komplett hochauflösend) auch als True-HD (echt hochauflösend) bekannt, beschreibt die Eigenschaft eines HDTV-fähigen Gerätes (Fernseher, DVD-Player, Set-Top-Box, Game-Konsole, etc.), die höchstmögliche HD-Auflösung auch tatsächlich im Verhältnis 1:1 wiedergeben zu können.
Die HD-DVD (High-Density Versatile Disc) zählt zu den optischen Massenspeichern und ist ein potentieller Nachfolger der DVD. Die HD-DVD verfügt in der Single-Layer Variante über eine Kapazität von 15 GB, die Double-Layer-HD-DVD kommt auf 30 GB.
Geräte mit der Bezeichnung “HD-ready” verfügen garantiert über die Mindestvorrausetzungen, HD-TV wiedergeben zu können. Um dieses Label zu erhalten, muss zum Beispiel ein TV-Gerät unter anderem über eine native 16:9 Auflösung, mindestens 720 Bildzeilen und einen HDCP-verschlüsselungsfähigen digitalen Eingang verfügen.
HDTV
HDTV(High Definition Television) bezeichnet eine Reihe von Fernsehnormen, die sich gegenüber dem herkömmlichem Fernsehen durch eine erhöhte vertikale, horizontale und/oder temporale Auflösung auszeichnen. Zur Zeit sind Vertikalauflösungen von 1080 Zeilen gebräuchlich.
HDCP
HDCP (High-bandwith Digital Content Protection) ist ein Verschlüsselungssystem für die Schnittstellen DVI und HDMI, das in Europa als Standard für HD-TV vorgesehen ist und bereits in fast jedem HDMI-fähigen Gerät zum Einsatz kommt.
HDMI (High Definition Multimedia Interface) ist eine Schnittstelle, welche die volldigitale Übertragung von Audio- und Videodaten ermöglicht. Teil der HDMI-Spezifikation ist der Kopierschutz HDCP. HDMI 1.3 ermöglicht einen Datentransfer von bis zu 10 Gbit/s.
iHD ist eine Script-Sprache, die bei der HD-DVD verwendet wird und die eng mit Systemen für die Darstellung von Internetseiten wie z.B. HTML verwandt ist.
Beim Persistent Storage (permanenter Speicher) handelt es sich um den festen Datenspeicher eines Abspielgerätes für HD-DVDs und Blu-ray Discs. HD-DVD-Player müssen mindestens 128 MB Persistent Storage bieten. Der Speicher lässt sich auch optional über externen USB-Speicher in Form von Speicherkarten- und Sticks oder Festplatten ergänzen. Bei der Blu-ray Disc ist Persistent Storage noch nicht vorgeschrieben.
Playstation3
Die mit einem Blu-ray Disc-Laufwerk ausgestattete Konsole von Sony ist in zwei Varianten erhältlich. Die PS3 mit 20 GB-Festplatte soll 499 EUR kosten, die PS3 mit 60 GB-Festplatte 599 EUR. Die Playstation 3 gibt über die integrierte HDMI 1.3-Schnittstelle HDTV-Bilder in 720p, 1080i und 1080p aus. Der PS3 mit dem geringeren Speicher fehlt ein Slot für Memory Sticks, SD- und Compact Flash-Cards sowie das integrierte WLAN-Modul nach 802.11 b/g-Standard.
Der Pulldown-Effekt entsteht durch die Konvertierung der 24 Bilder von den Discs auf die 60 Hz, die ein Großteil der ersten Blu-ray-Disc- & HD-DVD-Player vorerst ausgeben wird. Der Pulldown-Effekt macht sich bei einigen Kameraschwenks in Form eines leichten Ruckelns bemerkbar
Ein Regionalcode ist ein von der Filmindustrie entwickeltes Verfahren, welches zum Beispiel verhindert, dass Filme aus den USA in Europa abgespielt werden können. Bei der HD-DVD gibt es jedoch vorerst keinen Regionalcode. Eine Diskussion über die Einführung eines Regional-Code-Systems findet im DVD Forum noch statt. Selbst wenn ein Regionalcode später eingeführt werden sollte, soll dies aber keinen Einfluss auf die Wiedergabe der Titel auf heutigen HD-DVD-Playern ohne Regionalcode haben.
- A: Nord-, Mittel- und Südamerika, Japan, Korea, Südost-Asien (ohne China)
- B: Europe, Mittlerer Osten, Afrika, Australien, Neuseeland
- C: China, Indien, Russland, Rest der Welt
Video Codecs
Diese Programme codieren bzw. decodieren digitale Bildsignale. Blu-ray Disc-Player und HD-DVD-Player müssen alle gängigen Video-Codecs unterstützen. Zu diesen gehören MPEG2, VC-1 und MPEG4-AVC.
Xbox 360
Microsofts HD-DVD-Laufwerk ist zur Zeit die günstige Möglichkeit, HD-DVDs abzuspielen – sofern man über eine Xbox 360-Konsole verfügt. Das Laufwerk muss nämlich zusätzlich zu dieser angeschafft werden und kostet circa 200 Euro. Die Verbindung zwischen HD-DVD-Laufwerk und Xbox 360-Konsole wird über eine USB 2.0-Schnittstelle realisiert. Für das Laufwerk gibt es keinen separaten HDMI-Ausgang, zudem soll es auch am PC nutzbar sein, allerdings wird es vom Betriebssystem lediglich als DVD-Laufwerk erkannt. Treiber zum Abspielen von HD-DVDs gibt es bislang noch nicht.
